Diagnose Diabetes – was tun? Pressemitteilung des BdSN

Rund 270.000 Menschen erkranken allein in Deutschland jedes Jahr an Diabetes. Diabetologen und Hausärzte unterstützen die Patienten von Anfang an.

Wenn sie die Diagnose Diabetes erhalten, sind die Patienten häufig verunsichert. „Jeder erzählt mit voller Überzeugung etwas anderes: Diät, Sport, Tabletten, Insulin, spritzen, Zwischenmahlzeiten, vermeintliche Geheimtipps wie Zimt, Hafertage, Stevia – die Patienten erhalten so viele teils gegensätzliche Informationen, dass sie kaum einschätzen können, was ihnen wirklich hilft“, erläutert Dr. Adnan Sert aus dem Berufsverband der diabetologischen Schwerpunktpraxen in Nordrhein. Die meisten Menschen, bei denen Diabetes festgestellt wird, erkranken an Diabetes Typ 2, dem sogenannten Erwachsenendiabetes. Von dieser Art des Diabetes haben zwar die meisten Patienten schon einmal gehört, jedoch können sie die Risiken, die eine solche Erkrankung mit sich bringt, kaum realistisch einschätzen.

Diabetologen und Hausarzt behandeln Hand in Hand
Häufig werden die Patienten nach der Diagnose in Disease Management Programme (DMP) eingeschrieben. Im Rahmen dieser sogenanten “Chronikerprogramme” arbeiten Hausärzte und Diabetologen besonders eng zusammen, um die Patienten optimal behandeln zu können. „Man kann nicht pauschal eine bestimmte Behandlung empfehlen. Es kommt immer auf den Einzelfall und dessen speziellen Zustand an, welcher Weg der beste ist“, erklärt Dr. Riedel. Um die Patienten bestmöglich zu unterstützen, bieten diabetologische Schwerpunktpraxen Kurse an, in denen Diabetiker lernen, mit ihrer Erkrankung umzugehen. Die weitere Behandlung der Patienten übernimmt dann in der Regel wieder der Hausarzt, aber natürlich stehen auch die Diabetologen jederzeit gerne für die Patienten bereit.

Unterschätzte Volkskrankheit
„Diabetes hat sich in den vergangenen Jahren zu einer richtigen Volkskrankheit entwickelt. Jeder zwölfte Erwachsene, bzw. jeder Zehnte über 50 und sogar jeder fünfte über 65-Jährige in Deutschland hat mittlerweile Diabetes Typ 2“, führt Dr. Riedel aus. Bei über der Hälfte der Patienten wird die Krankheit vererbt, oft über Generationen, in unterschiedlichen Ausprägung und verschiedenen Altersklassen. Dabei erkranken die Betroffenen meist jünger als ihre Vorfahren. „Die Oma bekommt Diabetes mit 70, der Vater mit 55 Jahren und der Sohn dann bereits mit 40 Jahren. Dies hat viel mit der Lebensweise zu tun. Wir bewegen uns weniger als unsere Vorfahren, essen zu viel und leben häufig zu unbedacht“, erklärt Dr. Riedel. „Die Krankheit ist zwar sehr verbreitet, aber die Diagnose ist dennoch häufig ein Schock, gerade weil so viel Halbwissen existiert. Deswegen ist es wichtig, sich von Beginn an bestmöglich behandeln zu lassen - am besten im Chronikerprogramm.

Hintergrund: Der BdSN

Im Berufsverband der diabetologischen Schwerpunktpraxen in Nordrhein (BdSN) haben sich über 100 niedergelassene Diabetologen organisiert und die bisherige positive Entwicklung in der Betreuung von Diabetes-Patienten mitgestaltet. Ziel ist es, die ambulante Versorgung Diabeteskranker weiter zu verbessern.